Leitbild – Palliativversorgung

Bei unserer Pflege von Schwerstkranken und Sterbenden stehen die erfolgreiche Behandlung der Schmerzen und weiterer Symptome sowie die Hilfe bei psychologischen, sozialen und seelsorgerischen Problemen an erster Stelle. Das Ziel von Palliative Care ist, die bestmögliche Lebensqualität für Klienten und deren Familien zu erreichen.

Unser Menschenbild und unsere Grundhaltung

Wir begreifen den Menschen als selbstbestimmtes Wesen mit vier unterschiedlichen Aspekten: physische, psychische, spirituelle und soziale Komponenten lassen sich unterscheiden, sind aber aufs Engste miteinander verbunden. Jeder Mensch ist einzigartig im Erleben seiner Erkrankung und drückt dies daher in individuellen Bedürfnissen aus. Gleichzeitig besitzt jeder Mensch ein individuelles Potential an Ressourcen, ganz gleich wie eingeschränkt er in seinen Fähigkeiten auch ist.

Wir achten die Würde eines jeden Menschen und seine Einzigartigkeit sowohl im Leben als auch über den Tod hinaus, wir respektieren und unterstützen seine Autonomie. Jeder Mensch hat das Recht auf respektvolle Zuwendung, unabhängig von seinem Glauben, seiner Weltanschauung und seiner Herkunft. Ziel unserer Arbeit ist es, den Menschen, die wir pflegen und betreuen, trotz Ihres Hilfebedarfs eine möglichst eigenständige und selbstbestimmte Lebensführung in ihrer häuslichen Umgebung zu ermöglichen, die der Würde des Menschen entspricht.

In unserem Pflegeleitbild spiegeln sich unsere Unternehmensphilosophie und grundsätzliche Ziele wider.

Wir verstehen Pflege als Dienstleistung, die am gesunden, kranken, alten und behinderten Menschen unter Berücksichtigung ihrer Selbstbestimmung in deren Lebenspanne zwischen Geburt und Lebensende erbracht wird. Pflege als Dienstleistung für Menschen benötigt klare Organisationsformen.

Kernpunkt unserer Grundhaltung ist ein erweitertes Verständnis von Pflegebedürftigkeit, das sich mit dem „Neuen Begutachtungsinstrument (NBI)“ entwickelte. Es beruht auf folgendem Grundgedanken:

Pflegebedürftigkeit entsteht, wenn ein Mensch nicht über die Fähigkeit, das Wissen oder die Willenskraft verfügt, um körperliche oder psychische Beeinträchtigungen, gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen selbstständig zu kompensieren beziehungsweise zu bewältigen. Nicht die Erkrankung (oder Behinderung) und die durch sie verursachten Einbußen sind das Entscheidende, sondern die Frage, ob jemand zur selbständigen Durchführung von Aktivitäten, zu selbstständiger Krankheitsbewältigung oder selbstständiger Gestaltung von
Lebensbereichen in der Lage ist. Pflegebedürftigkeit ist insofern zu verstehen als Abhängigkeit von personeller (pflegerischer) Hilfe. Was auch bedeutet, dass bei vollständiger Kompensation einer Beeinträchtigung durch Hilfsmittel nicht von Pflegebedürftigkeit gesprochen werden kann. Gemeinsamkeiten unterschiedlicher pflegetheoretischer Richtungen treffen hier zusammen. Selbstständigkeit bei der Durchführung von Aktivitäten, bei der Krankheitsbewältigung und bei der Gestaltung von Lebensbereichen ist hier die zentrale Kategorie.

Im Rahmen einer umfassenden Versorgung pflegen und betreuen wir unsere Patienten/Kunden sowohl unter Berücksichtigung ihrer individuellen sozialen, kulturellen und religiösen Bedürfnisse sowie ihrer häuslichen Situation. Hierbei beziehen wir unsere Patienten/Kunden aktiv unter Berücksichtigung ihrer Ressourcen ein und unterstützen sie bei der Beibehaltung einer größtmöglichen Autonomie.

Pflegende Angehörige werden durch uns angeleitet, beraten und begleitet.

Zur unserer Pflege von Schwerstkranken und Sterbenden gehört neben grund- und behandlungspflegerischen Maßnahmen auch eine sozio-emotionale Begleitung der beteiligten Personen.

Unsere Ziele und Aufgaben
Wir sehen unsere Ziele und Aufgaben darin

  1. Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer inkurablen Erkrankung durch eine fachlich fundierte, ganzheitliche und individuelle Pflege eine möglichst hohe Lebensqualität unter größtmöglicher Selbstbestimmung zu gewährleisten.
    Voraussetzungen dafür sind:
    • die unterschiedlichen Krankheitsbilder zu kennen
    • bei der Vielfalt auftretender Symptome adäquat handeln zu können
    • die Bedürfnisse des Patienten wahrzunehmen, zu erfragen und zu respektieren
    • die Fähigkeiten (Ressourcen) des Patienten zu aktivieren und zu fördern
    • das Wohlbefinden des Patienten sicherzustellen und ihn zu begleiten
    • zu wissen und zu akzeptieren, dass menschliches Leben begrenzt ist.
  2. Angehörige und Freunde der Patienten in den Pflegeprozess zu integrieren. Dabei legen wir großes Gewicht auf gemeinsame Gespräche. Nach Möglichkeit werden Angehörige und Freunde in die Pflege mit einbezogen. Sie erfahren Unterstützung und Begleitung im Prozess des Abschiednehmens und in der Trauer.
  3. Unsere Pflegequalität zu definieren und zu sichern
    Voraussetzungen dafür sind:
    • die Arbeit nach den Regeln des Pflegeprozesses,
    • die Entwicklung von Pflegestandards und deren Umsetzung
    • stetige Fort- und Weiterbildung.
  4. Teamarbeit
    Wir arbeiten vernetzt mit Ärzten/QPAs, Sozialarbeitern, Seelsorgern, Physiotherapeuten, ehrenamtlichen Helfern und anderen. Wir tragen zu einer klaren Rollen- und Aufgabenverteilung bei. Regelmäßige Patientenbesprechungen, Teamgespräche sind fester Bestandteile unserer Arbeiten.
    Wir unterstützen uns gegenseitig, akzeptieren unsere Grenzen, unsere Stärken und Schwächen. Wir arbeiten und kommunizieren offen miteinander.
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